Reise

Bizarres Turkmenistan

Es ranken sich unzählige Geschichten und Gerüchte um die Einreise in dieses kleine Land, dass sich bis vor wenigen Jahren komplett von der Außenwelt abgeschottet hat und es Touristen auch heute noch unglaublich selten Eintritt gewährt – und wenn doch, dann nur unter sehr stark reglementierten Bedingungen. Auf unserer bisherigen Reise haben wir viele Reisende getroffen und von Leuten gehört, denen das Visum für Turkmenistan verwehrt wurde. Es hieß immer die Chancen stünden sehr schlecht ein solches Visum zu bekommen. Wir hatten die Idee deshalb bereits relativ früh wieder verworfen, uns um solch ein Visum zu bemühen. Das klang alles nach zuviel Stress und Orga-Kram. Unser Entschluss stand bereits über das Kaspische Meer nach Aserbaidschan zu reisen – das Visum hatten wir bereits in der Tasche – ein riesiger Umweg in den Iran, aber sei es drum. Nach eins, zwei sehr ausführlichen Gesprächen mit unserem befreundeten Weltreise-Experten-Paar Thommy und Conny, die uns die Dinge ganz anders erzählten, wollten wir es doch wagen. Zumal die Neugierde auf das Land durch die vielen Gespräche immer größer wurde. Thommy und Conny erklärten uns, dass man lediglich ein paar Dinge bei der Visums-Beantragung beachten müsse:

  • Für die Genehmigung eines Transitvisums muss das Visum des Landes, in das man von Turmenistan aus reisen möchte, bereits vorliegen.
  • Passfotos in zweifacher Ausfertigung sind notwendig
  • Eine genaue geplante Route unter Angabe der einzelnen Schlagstationen sowie eine Unterkunft in Ashgabat müssen benannt werden können.
  • Eine schriftliche Erklärung, warum man durch Turkmenistan reisen möchte.

Und tatsächlich war die Beschaffung wesentlich leichter als gedacht – wenn auch ungleich bürokratischer und komplizierter als die Beschaffung des Iran-Visums, das wir nicht einmal 24 Stunden zuvor beantragt hatten. Knapp eine Woche später hatten wir jedenfalls die positive Rückmeldung im E-Mail-Postfach. Mit diesem ausgedruckten Zettel müssten wir nur noch an die Grenze fahren und würden dort unser Visum bekommen. Es konnte also losgehen.

Bereits der Grenzübertritt war ein echtes Abenteuer: Schon der Weg zur Grenze war anders als alle bisherigen Grenzgebiete. Die letzten 30 Kilometer am Übergang zwischen Usbekistan und Turkmenistan führen durch ein komplett eingezäuntes und abgeriegeltes Niemandsland, das von wunderschönen Bergketten gesäumt und mit etlichen Wachtürmen gespickt ist. Uns wurde vorher von den Wachleuten eingebläut in diesem Gebiet unter keinen Umständen zu halten oder zu fotografieren.

Wir erreichten die Grenze 10 Minuten vor Ende der Mittagspause um 13 Uhr. Nach einer sehr kurzen Wartezeit wurde bei allen Erwachsenen in einem kleinen Kämmerlein – lange vor der eigentlichen Pass- und Autopapier-Kontrolle – per Stirnthermometer die aktuelle Körpertemperatur ermittelt und handschriftlich in ein A4-formatiges Buch mit selbstgezogenen Tabellenspalten und -zeilen übertragen. Der wirklich nette fiebermessende Beamte bestellte Sebastian noch ganz freundlich, dass er aussehe wie eine Frau. Merkwürdig – dachten wir… Das handschriftliche Prozedere begleitete uns die folgenden sechs Stunden – im Jahr 2019 erlebten wir einen fast komplett analogen Grenzübertritt: Zunächst wurden alle Pässe kontrolliert und unsere digitale(!) Visumsgenehmigung überprüft. Das nahm bestimmt 1,5 Stunden in Anspruch. Wie immer war nicht nachvollziehbar, was genau geschah oder warum es so lange dauerte. Natürlich wurden erst danach die notwendigen Zettelchen ausgehändigt, um die Visa schlussendlich am Bankschalter in Dollar zu bezahlen – bevor wir sie ausgehändigt bekommen würden. Just in dem Moment als wir an der Reihe waren, fiel für mindestens 30 Minuten der Strom aus. Also wieder warten. Die größte Geduldsprobe stellte tatsächlich der Schalterangestellte selbst dar, der ALLE Beiträge für JEDES Familienmitglied EINZELN quittierte und kaum langsamer hätte arbeiten können. Irgendwann war das geschafft und wir konnten unsere Pässe mit den frisch eingeklebten Visa abholen. Leichte Euphorie machte sich breit – aber das Auto fehlte ja noch. Die Stationen, die wir nun durchlaufen mussten, waren besonders bizarr: Zunächst wurden – wieder in schöne karierte A4-formatige Bücher und wieder per Hand – die Daten von Sebastians Führerschein und die Fahrzeugpapiere abgeschrieben – von drei Personen in einem völlig chaotischen und unorganisierten Verfahren: Die drei Männer auf der anderen Seite des Tresens reichten sich mehrfach den Führerschein und die Fahrzeugpapiere hin und her. Immer wenn einer etwas abschrieb, saßen die anderen beiden bschäftigungslos rum. Es wurde auch kein Weiterer Fahre in der Zwischenzeit überprüft. Sie warteten einfach. Oh man, wenn die mal etwas von der Digitalisierung mitbekommen sollten folgen viele schlaflose Nächte. Wie schafft man es nur abends in den Spiegel zu schauen, wenn man solch einen offensichtlich überflüssigen und sinnlosen Job hat? Naja. Währen die drei also abwechseln schrieben, waren wir alle „blockiert“ und konnte nichts tun: Ins Auto durften wir nicht zurück, da die Fahrzeugkontrolle ja „unmittelbar“ bevorstand. Mittlerweile war es fast 17 Uhr und die Kinder wurden sehr zappelig und hatten langsam wirklich keine Lust mehr zu warten…

Als alles abgeschrieben war konnten wir zum nächsten Schalter: Hier wurde nun das offizielle Einreisedokument für das Auto ausgestellt in dem unter anderem die Straßen auf denen wir uns bewegen durften genau eingezeichnet waren. Dieses Dokument musste natürlich auch noch bezahlt werden – also wieder zu unserem Lieblingskollegen am Bankschalter. Wieder viele Durchschläge und Abschriften – später konnte das Papier dann geholt werden. Die eigentliche Autokontrolle ging dann recht flott vonstatten. Beim Blick in unser „Bad“, das ausschließlich als Abstellkammer genutzt wird, fiel den Grenzern die Gitarre auf und ich wurde genötigt ein Lied zum Besten zu geben. Auch das erledigten wir demütig und schließlich konnten wir endlich ins Land. 19 Uhr – Puhhh.

Erste Station für die Nacht war dann Konye-Urgench. Wir konnten aber nicht viel sehen, da es ja bereits dunkel war und alle ziemlich entnervt…Außerdem war es auch relativ kalt und ungemütlich windig. Den ersten Tag des 5-tätigigen Transitvisums haben wir also fast komplett an der Grenze zugebracht.

Als die Kinder endlich schliefen und wir den Tag rekapitulierten fiel uns noch auf, dass das GPS-Trackingsystem, das wir laut Durchschlag bezahlt hatten und dass unsere Route durch Turkmenistan aufzeichnen sollte und von dem wir schon die wahnwitzigsten Geschichten gehört hatten, schlicht vergessen wurde uns auszuhändigen. Ob das nicht noch Ärger gibt, wenn wir das Land in fünf Tagen wieder verlassen wollen/müssen…

Am nächsten Morgen trafen wir Thommy und Conny wieder, die offensichtlich am selben Tag die Grenze überquert haben – allerdings als die ersten Touristen mit eigenem Auto an dem Tag. Selbst sie haben mehrere Stunden an der Grenze verbracht obwohl keine Schlange vor ihnen war. Wir verabredeten uns für Abend am Darvaza Gas Crazer und verbrachten jeweils den kompletten Tag im Auto. Thommy und Conny waren mit ihrem großen LKW etwas langsamer – wir hingegen waren bereits gegen 16 Uhr tatsächlich am Tagesziel.

Die Gegend Derweze ist sehr reich an Erdgas, welches 1971 von sovietischen Geologen bei Bohrungen entdeckt wurde. Mehrere Gas-Höhlen wurden entdeckt und es wurde versucht das Gas zu fördern. Allerdings brach der Boden rund um eines der Bohrlöcher in sich zusammen und hinterließ einen Krater mit 70 Metern Durchmesser. Um den giftigen Gasaustritt zu verhindern, beschloss man damals das Gas einfach anzuzünden. Die Geologen hofften, dass das Gas innerhalb weniger Tage aufgebraucht sein würde. Heute, fast 50 Jahre später, brennt das Feuer immer noch. Besonders am Abend sind die Flammen schon sehr beeindruckend. Nicht umsonst wird der Krater das Tor zu Hölle genannt. (Für Jakob und Emil, die gerade voll auf griechische Mythologie abfahren, war es ganz klar der Eingang zum Tartarus)

Der nächste Tag sollte uns dann auch schon nach Ashgabat, in die Hauptstadt, führen. Unser Schlafplatz war direkt vor einem großen Hotel und wir konnten gegen eine geringe Gebühr die Duschen nutzen. Abends trafen wir wieder auf Thommy und Conny. In den folgenden zwei sehr netten Abenden vernichteten wir gemeinsam unsere letzten alkoholischen Getränke, bevor es dann in den Iran gehen würde, wo ein strenges Alkoholverbot gilt.

Ashgabat – die „Stadt der Liebe“ auf arabisch – ist Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt Turkmenistans ganz im Süden des Landes mit – je nach Quelle – zwischen einer und zwei Millionen Einwohnern. 1948 wurde die Stadt von einem heftigen Erdbeben erschüttert bei dem 2/3 der Bevölkerung ums Leben kamen. Danach wurde die Stadt in gutem Sowjetstil wieder aufgebaut. Heute ist davon aber nichts mehr zu stehen – ganz im Gegenteil: Ashgabat steht als Stadt mit der höchsten Dichte an weißen Marmorgebäuden im Guinness Buch der Rekorde. Seit 1991, der Unabhängigkeit Turmenistans, wurden die komplette Stadt auf- und umgebaut: Es gibt eine extrem hohe Springbrunnen-Dichte, alle Straßen sind sehr breit – teilweise fünfspurig, Brücken und Übergänge mit goldenen Ornamenten und Elementen verziert. Teilweise wurden große graue sowjetische Gebäude im Nachhinein mit weißen Steinen verkleidet um ins neue Bild zu passen. Nachts – Strom und Gas kosten aufgrund des im Land reichlich vorhandenen Öls ja nichts – ist alles in den buntesten Farben beleuchtet. So gut wie jedes Gebäude leuchtet und blinkt – eine riesige Disko. So stell ich mir Las Vegas vor. Nur mit einem einzigen Unterschied: In Ashgabat sieht man kaum Menschen, während Las Vegas voll davon ist.

Die Stadt wirkt insgesamt extrem überdimensioniert: Nach den Erfahrungen mit dem Verkehrschaos in allen anderen Zentralasiatischen Großstädten mit offiziell ähnlicher Bevölkerungsdichte ist Ashgabat geradezu leergefegt – im wahrsten Sinne des Wortes: Was man am häufigsten antrifft sind Putzfrauen, die Straßen oder Gehwege fegen oder aber verchromte oder vergoldete Geländer an Unterführungen oder Springbrunnen putzen. Außerdem gibt es viele Polizisten, die den nicht vorhandenen Verkehr und die nicht vorhandenen Menschen überwachen. An den mit Heizungen ausgestatteten Bushaltestelle stehen – wenn es gerade Rush-Hour ist – vielleicht vereinzelt drei oder vier Personen. In manchen Unterführungen ist man minutenlang allein. Viele der fünfspurigen Straßen kann man in aller Seelenruhe überqueren. Es scheint, als gäbe es keine Menschen in der Stadt. Wir fragten uns immer wieder, wie viele Menschen hier tatsächlich leben. Wir hören, dass sehr viele der Männer im Ausland arbeiten, so dass die Stadt hauptsächlich von Frauen und Kindern bewohnt wird. Ashgabat wirkt so, als hätte es große Pläne und eine goldene Zukunft. Nur sieht und hört man sonst nichts davon.

Der ganze Wahnsinn geht vor allem auf den erste Präsident Turmenistans nach der Unabhängigkeit von Russland zurück: Seine Exzellenz Saparmurat Niyazov, Präsident auf Lebenszeit, oder auch bekannt unter dem selbstgegebenen Namen Turkmenbashy „Führer der Turkmenen“, der 15 Jahre lang – bis zu seinem Tode – das Land regierte. Niyazov war seiner Zeit einer der totalitärsten und despotischsten Diktatoren. Er zelebrierte einen ausgeprägten Personenkult – zunächst einmal nichts Neues für die Turkmenen, die durch die sowjetische Herrschaft ja bereits vorgeprägt waren. Sein Gesicht ersetzte nun einfach die Gesichter von Marx und Lenins. Aber Niyazov trieb es dann noch etwas weiter: In Ashgabat ließ er eine riesige überlebensgroße goldene Statue von sich erreichten, die auf einer Plattform rotiert, so dass sein Abbild immer in die Sonne blickt. Die Kalendermonate und Wochentage wurden in seiner Amtszeit in turkmenische Helden, Poeten und historische Ereignisse sowie Namen von Familienmitgliedern inklusive seines eigenen umbenannt.

Niyazovs Autobiografie Ruhnama, wurde sehr bald zur Pflichtlektüre in Schulen, Universitäten und Regierungsorganisationen. In Bewerbungsgesprächen konnte es passieren, dass man zu Inhalten von Ruhnama befragt wurde. Aber damit nicht genug. Die Liste der Gesetze und Verordnungen, die Niyazov einführte, ist schier endlos:

  • Er lies Hunde in Ashgabat aufgrund ihres „unattraktiven Geruchs“ verbieten.
  • Nachdem er, aufgrund einer schweren Herzoperationen 1997 das Rauchen aufgeben musste, verbat er kurzerhand das Rauchen an öffentlichen Plätzen im gesamten Land.
  • Ballettaufführungen, Opern und Zirkus wurden als „unturkmenisch“ abgestempelt und ebenfalls verboten.
  • 2004 verordnete Niyazov, dass Männer keine Bärte und langen Haare mehr tragen sollten.
  • Das turkmenische Wort für Brot wurde durch Gurbansoltan, den Namen seiner Mutter, ersetzt.
  • 2005 ließ er alle Krankenhäuser des Landes außerhalb von Ashgabat schließen – mit der simplen Ansage, dass kranke Menschen einfach nach Ashgabat reisen sollten – was unter Umständen eine 8-stündige Reise bedeutete. Auch heute lebt noch mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf dem Land. Der hippokratische Eid wurde durch einen Eid auf den Präsidenten ersetzt, den alle Ärzte nun zu leisten hatten.

Nach langer Zeit des Darbens in Kirgistan und Usbekistan wollten wir den Kindern den Wunsch erfüllen, mal wieder in ein richtiges Shoppingcenter zu gehen. Abgesehen von der Sehnsucht nach Spielzeug, wurde es auch Zeit die Geburtstagsgeschenke für die Jungs besorgen: richtige Taschenmesser mit Säge, zwei Messern und allem Drum und Dran (dieser Wunsch begleitet und schon seit der sehr harmonischen Zeit mit einer Schweizer Familie in Lettland). Und unsere Lebensmittelvorräte wollten wir – bevor es in den Iran geht – ebenfalls noch einmal mit allem aufstocken, was dann schlicht nicht zu kaufen ist. Gesagt, getan. Leider sind solche Ausflüge immer wesentlich stressiger, als man im ersten Moment annehmen könnte. Im Spielzeuladen geht Paulas Gequengel bereits am ersten Regal los. Aber auch Jakob und Emil machten ihrem Unmut über den Mangel an Taschengeld und Platz im Auto Luft. Ich war damit beschäftigt, die von Sebastian ausgesuchten Taschenmesser zu kaufen während Sebastian die Kinder bändigte und sich bereits mit der Supermarkt-Einkaufsliste auseinandersetzte. Als ich, zum Glück mit Dollarn, alles bezahlt hatte und mir das Restgeld sogar zum inoffiziellen Kurs in turkmenische Manat rausgegeben wurde, fiel eine große Last ab. Jetzt nur noch schnell zum Supermarkt. Leider ist uns ziemlich schnell aufgefallen, dass wir kaum noch Manat oder Dollar hatten, um den Einkauf auch zu bezahlen. Es war aber ein wirklich riesiger Supermarkt. Ich ging also schnell zur Kasse und erkundigte mich, ob man auch mit Kreditkarte zahlen könne – man könne, war die Antwort. Alles paletti. Wir füllten den Wagen mit Käse, Scholokade, Wein, Kaffee, Konserven – der erste richtige Großeinkauf der Reise. Bezahlen und Raus. Endlich zurück zum Stellplatz – Abendessen und ins Bett. Schließlich war es schon spät und die Laune im Keller. Auf dem Weg zum Ausgang sagt Sebastian zu mir „Du, ich glaube wir haben gerade einen riesigen Fehler begangen. Das Geld wird doch zum offiziellen Kurs über die Karte abgerechnet!“ Ich war mir nicht sicher, wurde aber immer unsicherer. Erst am Hotel konnte ich im WLAN auf der Banking-App nachsehen – und tatsächlich. Der Einkauf, der einen Realwert von etwa 60 Euro hatte (inoffizieller Wechselkurs Euro:Manat 1:20), kostete uns Sage und Schreibe 327 Euro (offizieller Wechselkurs Euro:Manat 1:3,8)!!! Es dauerte eine ganze Weile bis wir das Ausmaß unseres Fehlers begriffen. Ich konnte es einfach nicht glauben. Wir wurden im Vorfeld bestimmt hundertmal von Leuten gewarnt, die bereits in Turmenistan waren, um Himmels Willen ja nichts bei einer Bank zu tauschen. Außerdem hieß es, man könne sowieso nirgends mit Karte zahlen, so dass Dollar ohnehin das einzig Wahre wären. Aber im Moment des Bezahlens im Supermarkt trat wohl einfach ein Automatismus ein – ein Fehler den wir bitterlich bereuen würden und der uns über viele Tage beschäftigte und ein riesiges Loch in unsere schöne Ausgabenstatistik riss. Aber irgendwie versuchten wir es mit Humor zu nehmen („Iss nicht so viel von der Schokolade – die hat 5 Euro gekostet“, „Genießt das Zuckerwasser – das hat 4 Euro gekostet!“ oder „Der Käse muss eine Weile reichen – er hat 20 Euro gekostet!“). Noch einmal passiert uns so etwas bestimmt nicht.

Aber warum gibt es überhaupt zwei Kurse? Der offizielle Kurs wird von offizieller Seite künstlich niedrig gehalten. Aber de facto gibt es eine sehr hohe Inflation. Nun ist es aber so, dass fast niemand turkmenische Manat benötig, da niemand in das Land reisen darf und es so gut wie keinen internationalen Handel gibt, hat die Währung so keinerlei Relevanz. Der wenige internationale Handel funktioniert auf Dollarbasis. Manat werden nur für alle Dinge des täglichen Lebens benötigt. Aber selbst hier kann man oft auch einfach direkt in Dollar bezahlen – das haben die meisten Verkäufer sowieso lieber, weil der Dollar einfach stabiler ist. Und so gibt es also einen Schwarzmarkt, auf dem Manat 1:20  getauscht werden. Tja, und dann waren die fünf Tage auch schon um und die Einreise in den Iran stand uns bevor. Wie schon befürchtet wurde das fehlende GPS-Gerät uns an der Grenze noch zum Verhängnis. Und wieder verging sehr viel Zeit. Nach ethlichen Diskussionen und einer sehr intensiven Autokontrolle war es dann doch wohl alles nicht so tragisch und wir durften endlich ausreisen.

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